KDB-Tech-Update am Abend: Kritische Patches, dreiste Betrüger und KI zwischen Chance und Kontrollfrage
Guten Abend zum KDB-Tech-Update! Heute wird’s sicherheitstechnisch ordentlich deftig: Eine kritische SAP-Commerce-Lücke wird bereits angegriffen, Cl0p meldet angebliche Datendiebstähle bei internationalen Konzernen und PostgreSQL sowie Wireshark liefern wichtige Sicherheitsupdates. Dazu kommen neue Betrugsmaschen für Android und WhatsApp, ein massiver Steuerdatenvorfall in Frankreich und klare Hinweise für Deine Windows-Migrationsplanung.
Außerdem schauen wir auf KI: OpenAI strukturiert seine Sicherheitsarbeit um, QED Science will wissenschaftliche Arbeiten per KI bewerten und Gravis Robotics bringt Automatisierung auf die Baustelle. Für Marketing- und Website-Verantwortliche ist auch Apples Umbau der Tracking-Abfrage in der EU relevant. Also: Kaffee oder Feierabendgetränk schnappen – aber bitte nicht auf verdächtige Links klicken. Ha noi, des wär heut wirklich keine gute Idee.
Akut: SAP-Commerce-Cloud-Lücke mit CVSS 10 wird bereits angegriffen
In der SAP Commerce Cloud ist mit CVE-2026-58231 eine kritische Schwachstelle bekannt geworden, die mit dem maximalen CVSS-Wert von 10,0 bewertet wird. Besonders brisant: Sicherheitsforscher von DefusedCyber haben bereits erste Exploit-Versuche in Honeypots beobachtet – nur drei Tage nach der Bereitstellung der SAP-Patches.
Die Lücke erlaubt es Angreifern, ohne vorherige Anmeldung und direkt aus dem Internet Schadcode in betroffene Instanzen einzuschleusen und auszuführen. Ursache ist laut SAP ein missbrauchbarer Standard-Authentifizierungs-Client: Speziell präparierte Eingaben werden an bestimmte Funktionen übergeben, dort nicht ausreichend geprüft und können schließlich zur Code-Ausführung führen. Im schlimmsten Fall übernehmen Angreifer die vollständige Kontrolle über eine Instanz.
Auch wenn zu diesem Zeitpunkt weder SAP noch die US-Behörde CISA den aktiven Missbrauch offiziell bestätigt oder die Lücke in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen haben: Die Honeypot-Funde sind ein deutliches Warnsignal. Auf einen öffentlichen Proof of Concept oder eine formelle Einstufung zu warten, wäre schlicht fahrlässig.
Was jetzt zu tun ist:
- Betroffene SAP-Commerce-Cloud-Instanzen identifizieren und die bereitgestellten Sicherheitsupdates unverzüglich installieren.
- System- und Zugriffsprotokolle auf ungewöhnliche Anmeldungen, Fehlermeldungen und auffällige Requests prüfen.
- Neu angelegte Benutzerkonten, veränderte Berechtigungen sowie unerwartete Konfigurationsänderungen untersuchen.
- Bei einem nicht auszuschließenden Fremdzugriff die Instanz vorsorglich als potenziell kompromittiert behandeln und Incident-Response-Maßnahmen einleiten.
Für E-Commerce-Unternehmen ist das keine Sache für den nächsten Wartungsslot. Onlineshops, Produktdaten, Kundenprozesse und Schnittstellen hängen oft eng an solchen Plattformen. KDB unterstützt Dich bei Patch-Management, Sicherheitsmonitoring, Log-Analyse und der strukturierten Reaktion auf Sicherheitsvorfälle – damit aus einer kritischen CVE nicht plötzlich ein geschäftskritischer Stillstand wird.
Cl0p behauptet Datendiebstahl bei Shell, Philips, GE und Fiserv
Die mutmaßlich russischsprachige Cybercrime-Gruppe Cl0p behauptet, bei fast 50 internationalen Unternehmen große Datenmengen entwendet zu haben. Genannt werden unter anderem Shell, Philips, General Electric und Fiserv. Die betroffenen Organisationen bestätigen zwar Cyberangriffe oder Zugriffsversuche, ein tatsächlicher Abfluss der von Cl0p genannten Datenmengen ist bislang allerdings nicht unabhängig belegt. Auch veröffentlichte die Gruppe zunächst keine Beispieldateien als Nachweis.
Bei Shell sollen nach Angaben der Täter rund 89 Gigabyte an Projektzeichnungen, Standortfotos, technischen Inspektionsberichten und Planungsunterlagen betroffen sein. Bei Philips nennt Cl0p etwa 13,5 Gigabyte mit Schaltplänen, technischen Zeichnungen und Diagrammen. Philips erklärte, einen Angriff auf einen bestimmten Server mit internen Daten erkannt und eingedämmt zu haben; Kundensysteme seien nach aktuellem Kenntnisstand nicht betroffen.
Als möglicher Eintrittsweg gelten Sicherheitslücken in PTC Windchill und FlexPLM, zwei Lösungen für das Produktlebenszyklusmanagement. Bereits am 22. Juli 2026 hatte das Ransom-ISAC vor der Ausnutzung entsprechender Schwachstellen gewarnt. Eine davon wird als CVE-2026-12569 geführt. PTC hat Sicherheitsupdates bereitgestellt, doch offenbar suchen die Täter weiterhin nach ungepatchten Installationen.
Die Meldung zeigt wieder einmal: Produktions-, Konstruktions- und Entwicklungsdaten sind ein lukratives Ziel. Gerade PLM-Systeme bündeln technische Unterlagen, Lieferanteninformationen und interne Abläufe. Wer solche Systeme betreibt, sollte nicht nur patchen, sondern auch Berechtigungen, externe Erreichbarkeit, Protokolldaten und Backup-Konzepte überprüfen. Ein Patch allein ist wichtig – aber wenn der Zugriff schon passiert ist, braucht es eine belastbare Analyse. KDB hilft Dir dabei, Sicherheitsmaßnahmen und Betriebsprozesse zusammenzubringen, statt bloß den nächsten Haken auf einer Checkliste zu setzen.
PostgreSQL: 28 geschlossene Lücken – Update und Migrationsplanung gehören zusammen
Die PostgreSQL-Entwickler haben insgesamt 28 Sicherheitslücken geschlossen. Aktualisierte Versionen sind PostgreSQL 14.24, 15.19, 16.15, 17.11 und 18.6. Mehrere Schwachstellen können unter bestimmten Bedingungen die Ausführung von Schadcode ermöglichen. Gerade bei öffentlich erreichbaren Datenbanken oder Systemen mit geschäftskritischen Informationen ist das Risiko entsprechend hoch.
Besonders relevant sind zwei als schwerwiegend beschriebene Fehler:
- CVE-2026-14662: Ein Speicherfehler bei den Volltextsuchtypen
tsvectorundtsquerykann zu einem Schreiben außerhalb des vorgesehenen Speicherbereichs führen. Das kann Abstürze verursachen und unter Umständen die Code-Ausführung ermöglichen. - CVE-2026-18408: Die Lücke kann bei Restore-Vorgängen ausgenutzt werden. Damit geraten auch Backup- und Wiederherstellungsprozesse in den Fokus der Sicherheitsprüfung.
Aktuell liegen den Entwicklern keine Berichte über aktive Angriffe vor. Trotzdem gilt: Sobald Updates und technische Details veröffentlicht sind, beginnt für Angreifer die Analyse. Deshalb sollten Betreiber die passenden korrigierten Versionen zeitnah einspielen, zuvor belastbare Sicherungen erstellen und nach dem Update Anwendungen, Erweiterungen sowie Schnittstellen testen.
Wichtig für die Planung: PostgreSQL 14 erhält nur noch bis zum 12. November 2026 Sicherheitsupdates. Danach ist Schluss. Wer noch auf dieser Versionsreihe unterwegs ist, sollte die Migration auf eine unterstützte Hauptversion nicht auf den Herbst schieben. Datenbank-Upgrades brauchen Tests, insbesondere wenn Erweiterungen, individuelle Abfragen oder ältere Anwendungen im Spiel sind. KDB begleitet solche Updates und Migrationen mit klarer Planung, Backup-Prüfung und möglichst wenig Betriebsunterbrechung.
Wireshark 4.6.8 schließt 28 DoS-Lücken
Auch beim beliebten Netzwerkanalysewerkzeug Wireshark steht ein Update an: Version 4.6.8 behebt 28 Denial-of-Service-Schwachstellen. Manipulierte Netzwerkpakete oder Mitschnitt-Dateien können unter Umständen dazu führen, dass Wireshark oder verbundene Dienste abstürzen.
Betroffen sind verschiedene Analysekomponenten für Protokolle wie Bluetooth, RDP und SSH. Gerade weil Wireshark oft unbekannten Netzwerkverkehr oder von Dritten gelieferte Capture-Dateien verarbeitet, ist die Aktualisierung wichtig. Ein präpariertes Paket kann ausreichen, um beim Dekodieren einen Fehler auszulösen.
Es gibt derzeit keine Hinweise auf aktive Ausnutzung. Dennoch lautet die Empfehlung klar: Wireshark auf Version 4.6.8 oder eine spätere korrigierte Ausgabe aktualisieren, Installationen im Unternehmen erfassen und fremde Mitschnitte nach Möglichkeit nur in einer abgesicherten Analyseumgebung öffnen.
Android-Betrug: Schadsoftware missbraucht NFC und macht das Smartphone zum falschen Kartenleser
Eine besonders fiese Android-Masche kombiniert Social Engineering mit Fernzugriff und NFC-Missbrauch. Kriminelle geben sich am Telefon als Bankmitarbeiter aus, erzeugen Zeitdruck und überreden ihre Opfer zur Installation einer individuell benannten SpyNote-App. Anschließend installieren sie unbemerkt die zusätzliche Schadsoftware WindRelay.
Die Täter fordern die Opfer während des laufenden Gesprächs dazu auf, die Bank- oder Kreditkarte an das Smartphone zu halten. WindRelay missbraucht die NFC-Schnittstelle und täuscht ein Kartenlesegerät vor. Kontaktlos übertragbare Kartendaten werden ausgelesen und direkt an die Angreifer weitergeleitet. Zusätzlich sollen unberechtigte Online-Kreditanträge im Namen der Opfer möglich sein.
Laut Kaspersky stieg die Zahl blockierter NFC-Attacken Anfang 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 188 Prozent. Das zeigt: Die Technik ist nicht nur ein theoretisches Risiko, sondern ein wachsendes Angriffsfeld.
Die wichtigste Regel für Dich und Dein Team: Eine Bank fordert am Telefon niemals dazu auf, Apps zu installieren, PINs, TANs oder Freigabecodes preiszugeben oder eine Zahlungskarte ans Smartphone zu halten. Bei Verdacht sofort Bank und Kartenanbieter kontaktieren, Zahlungswege sperren, Passwörter von einem sicheren Gerät ändern und das Smartphone professionell prüfen lassen.
Für Unternehmen gehört das Thema in die Security-Awareness-Schulung. Angriffe treffen nicht nur „unvorsichtige Privatleute“ – sie zielen auf Mitarbeitende, deren Mobilgeräte, Banking-Zugänge oder Firmenkarten genauso ab.
WhatsApp-Phishing: Die angebliche Umfrage übernimmt Dein Konto
Auch bei WhatsApp kursiert eine bekannte, aber weiterhin wirksame Betrugsmasche: Eine Nachricht lädt zu einer angeblichen Abstimmung oder einem Wettbewerb ein. Sie kann sogar von einem vertrauten Kontakt kommen – weil dessen Konto möglicherweise bereits übernommen wurde.
Der Link führt auf eine manipulierte Webseite. Dort sollen Opfer Telefonnummern eingeben, QR-Codes scannen oder Verifizierungscodes bestätigen. In Wahrheit ermöglichen diese Schritte den Tätern, das WhatsApp-Konto auf einem fremden Gerät zu registrieren oder ein Gerät über die Funktion „Verknüpfte Geräte“ hinzuzufügen.
Danach lesen die Täter unter Umständen Chats mit, verschicken Nachrichten im Namen des Opfers und versuchen, weitere Kontakte zu Geldüberweisungen zu bewegen. Die Gegenmaßnahmen sind erfreulich unkompliziert:
- Keine Links aus unerwarteten Abstimmungs-, Gewinnspiel- oder Wettbewerbsnachrichten öffnen.
- Keine WhatsApp-Codes weitergeben oder auf fremden Webseiten eingeben.
- Keine unbekannten QR-Codes scannen.
- Den vermeintlichen Absender über einen zweiten Kanal kontaktieren.
- In WhatsApp regelmäßig „Verknüpfte Geräte“ prüfen und unbekannte Sitzungen abmelden.
- Die Zwei-Schritt-Verifizierung aktivieren.
Falls ein Konto bereits übernommen wurde, solltest Du Dich mit Deiner Nummer erneut auf Deinem Smartphone anmelden und alle Kontakte über einen anderen Kanal warnen. Gerade im geschäftlichen Umfeld können kompromittierte Messenger-Konten zu glaubwürdigen Rechnungsbetrugs- oder CEO-Fraud-Angriffen führen. Ein kurzes Security-Briefing kann da viel Ärger sparen.
Frankreich: Steuerdaten von rund 678.000 Menschen und Unternehmen betroffen
Frankreichs Cybercrime-Behörde OFAC untersucht einen umfangreichen Angriff auf das staatliche Steuersystem. Betroffen sind rund 678.000 Nutzerinnen und Nutzer, darunter Privatpersonen und Unternehmen. Der unbefugte Zugriff wurde laut Berichten bereits Ende Juni bei einer Routinekontrolle entdeckt und blockiert. Das tatsächliche Ausmaß des Datenabflusses wurde offenbar jedoch erst später durch einen Beitrag in einem Untergrundforum sichtbar.
Bei Privatpersonen sollen vollständige Namen, Angaben zum Familienquotienten, Informationen zum zu versteuernden Einkommen und Quellensteuersätze abgegriffen worden sein. Zugangsdaten für das Steuerportal seien nach Behördenangaben nicht betroffen. Bei Unternehmen sollen unter anderem Steuernummern, Geschäftsadressen und Anschriften bevollmächtigter Vertretungen entwendet worden sein.
Der Fall zeigt sehr deutlich, dass ein erkannter und gestoppter Zugriff nicht automatisch bedeutet, dass der Umfang eines Vorfalls bereits klar ist. Log-Auswertung, forensische Untersuchung und die Beobachtung möglicher Folgeaktivitäten sind entscheidend. Für Betroffene steigt vor allem das Risiko personalisierter Phishing-Angriffe: Mit echten Steuer- oder Unternehmensdaten wirken gefälschte Behördennachrichten leider deutlich glaubwürdiger.
Windows: Supportfristen jetzt in die IT-Roadmap aufnehmen
Microsoft erinnert an mehrere wichtige Supporttermine am 13. Oktober 2026. Für Unternehmen ist vor allem die Differenzierung wichtig:
- Windows Server 2022 verlässt den Mainstream-Support und wechselt in den erweiterten Support. Sicherheitsupdates bleiben bis zum 14. Oktober 2031 verfügbar, neue Funktionen und nicht sicherheitsrelevante Aktualisierungen sind danach jedoch nicht mehr vorgesehen.
- Windows 11 24H2 Home und Pro erhalten ab dem 13. Oktober 2026 keine Sicherheits- oder sonstigen Updates mehr. Microsoft empfiehlt den Wechsel auf Windows 11 25H2.
- Windows 11 24H2 Enterprise und Education werden noch bis zum 12. Oktober 2027 unterstützt.
- Windows 10 Enterprise LTSB 2016 erreicht ebenfalls sein Supportende. Als Zielversion nennt Microsoft Windows 11 Enterprise LTSC 2024; kostenpflichtige ESU-Updates können gegebenenfalls bis zu drei zusätzliche Jahre überbrücken.
Der Oktober ist näher, als er im Kalender aussieht. Eine Migration umfasst nicht nur ein Inplace-Upgrade: Hardware-Kompatibilität, Fachanwendungen, Treiber, Benutzerprofile, Sicherheitsrichtlinien und Rollback-Szenarien wollen geprüft werden. KDB unterstützt bei Inventarisierung, Migrationskonzept, Pilotierung und Managed Patch Management – damit nicht plötzlich im Herbst hektisch die ganze Bude brennt.
Android 17 QPR2 Beta 3: Mehr Schutz vor manipulierter Anrufweiterleitung
Google testet mit Android 17 QPR2 Beta 3 neue Funktionen für Pixel-Geräte. Neben mehr Personalisierung und einer integrierten App-Sperre ist insbesondere der Schutz gegen Betrugsversuche über manipulierte Anrufweiterleitungen relevant.
Android schränkt künftig die programmgesteuerte Verwendung bestimmter USSD-Codes zur Anrufweiterleitung ein, etwa *21*. Apps mit der Berechtigung CALL_PHONE können entsprechende Codes nicht mehr einfach im Hintergrund ausführen. Bei einer manuellen Eingabe in der Telefon-App soll außerdem ein systemweiter Bestätigungsdialog erscheinen, bevor eine Weiterleitung aktiviert wird.
Das ist ein sinnvoller Schutz gegen Social Engineering: Angreifer versuchen immer wieder, Menschen zur Eingabe technischer Codes zu überreden, damit Anrufe oder Bestätigungscodes bei ihnen landen. Die Beta ist allerdings eine Vorabversion und damit nichts für besonders wichtige Produktivgeräte. Für den Alltag gilt weiterhin: Keine Codes am Telefon eingeben, nur weil ein angeblicher Support-Mitarbeiter Druck macht.
Apple gestaltet Tracking-Abfrage in der EU um: Relevant für Datenschutz und digitales Marketing
Apple passt seine App-Tracking-Transparenz in Deutschland und weiteren EU-Staaten an. Hintergrund sind Verfahren des Bundeskartellamts und anderer europäischer Wettbewerbsbehörden. Im Gegenzug beendet das Bundeskartellamt seine Untersuchung gegen Apple.
Die Änderungen betreffen vor allem die Gestaltung der Einwilligungsabfrage. Der Begriff „Tracking“ soll auf der Auswahlseite entfallen, Apps dürfen nach einem Jahr erneut nach einer Einwilligung fragen und die Reihenfolge der Buttons wird geändert: Künftig steht „Erlauben“ oben, „Verbieten“ darunter. Apple-eigene und externe Apps sollen zudem sprachlich, optisch und inhaltlich stärker gleichbehandelt werden.
Für App-Anbieter, Publisher und Marketing-Verantwortliche könnte das Auswirkungen auf die Zahl der erteilten Einwilligungen haben. Gleichzeitig sehen Kritiker in der neuen Button-Reihenfolge ein mögliches Dark Pattern, das Nutzer stärker in Richtung Zustimmung lenken könnte.
Für Unternehmen bleibt der Grundsatz unverändert: Datenschutz und Transparenz dürfen nicht dem Conversion-Druck geopfert werden. Wer Apps, Websites oder Kampagnen betreibt, braucht nachvollziehbare Einwilligungsprozesse, datensparsame Messkonzepte und eine saubere Abstimmung zwischen Marketing, Technik und Datenschutz. KDB entwickelt digitale Auftritte und Kampagnen nicht nur hübsch, sondern auch mit Blick auf SEO, messbare Ziele und verantwortungsvollen Umgang mit Nutzerdaten.
OpenAI verteilt Sicherheitsarbeit neu – die Kontrollfrage bleibt
OpenAI soll laut einem Bericht der Financial Times sein internes Preparedness-Team aufgelöst haben. Die Einheit war Ende 2025 aufgebaut worden, um Risiken leistungsfähiger KI-Modelle, Chatbots und KI-Agenten zu bewerten. Die bisherigen Mitarbeitenden sollen nun in spezialisierteren Teams arbeiten, etwa zu biologischen Risiken, Cybersecurity und selbstverbessernden KI-Systemen.
Die Umstrukturierung bedeutet nicht automatisch, dass OpenAI die Sicherheitsforschung einstellt. Sie wirft aber eine wichtige Frage auf: Ist Sicherheit wirksam in die Produktentwicklung integriert – oder verliert sie ohne ein eigenständiges, übergreifendes Team an Unabhängigkeit und Durchsetzungskraft?
Für Unternehmen, die KI einsetzen, gilt dieselbe Frage im kleineren Maßstab. KI-Projekte brauchen klare Zuständigkeiten, Zugriffskontrollen, Datenschutzprüfungen und Regeln für Qualitätssicherung. Eine KI in den Prozess zu werfen und zu hoffen, dass sie schon keinen Schmarrn macht, ist keine Strategie. KDB unterstützt bei der praxisnahen Einführung von KI und Automatisierung – mit einem Blick auf konkrete Entlastung im Arbeitsalltag und die nötigen Sicherheitsleitplanken.
KI bewertet Studien: QED Science löst Debatte über Transparenz aus
Das israelische Startup QED Science will wissenschaftliche Arbeiten mit einer „Science Validity Engine“ bewerten. Mehrere spezialisierte KI-Agenten sollen Studien anonymisiert auf Originalität, Methodik, Abbildungen, statistische Berechnungen und Übereinstimmung mit vorhandener Forschung analysieren. Aus den Einzelergebnissen entsteht ein QED Score.
Für eine öffentliche Rangliste untersuchte QED Science 57.455 Bio- und Lebenswissenschafts-Preprints. 574 Arbeiten – ein Prozent – erreichten den höchsten Perzentilbereich. Das kann dabei helfen, in einer stetig wachsenden Menge wissenschaftlicher Veröffentlichungen interessante Arbeiten schneller zu finden.
Kritik gibt es jedoch an der starken Reduktion komplexer Forschung auf eine Kennzahl sowie an der begrenzten Transparenz: Unklar sei unter anderem, wie die Agenten trainiert wurden, welche Anweisungen sie erhalten und wie Teilbewertungen gewichtet werden. Genau das ist eine Kernfrage bei KI-gestützten Entscheidungen: Ein Ergebnis kann noch so präzise aussehen – wenn der Weg dorthin nicht überprüfbar ist, bleibt Vorsicht angebracht.
Die sinnvolle Rolle von KI liegt hier vermutlich in der Unterstützung: große Mengen vorsortieren, Auffälligkeiten markieren, Literatur vergleichen. Die fachliche Verantwortung und endgültige Einordnung müssen weiterhin bei Menschen liegen.
Gravis Robotics: SoftBank investiert 200 Millionen Dollar in autonome Bagger
Das Schweizer Startup Gravis Robotics hat in einer Series-A-Runde 200 Millionen US-Dollar eingesammelt, angeführt von SoftBank. Gravis entwickelt keine eigenen Baumaschinen, sondern Nachrüsttechnik und Software für vorhandene Bagger. Mit „Gravis Rack“ und „Gravis Copilot“ sollen Maschinen verschiedener Hersteller teilautonom oder autonom arbeiten können.
Die Systeme sollen unter anderem beim Ausheben, Planieren und Modellieren von Gelände helfen. Gravis spricht von Produktivitätssteigerungen von bis zu 30 Prozent und Einsätzen auf vier Kontinenten. Diese Angaben stammen allerdings aus der Unternehmenskommunikation und lassen sich nicht automatisch auf jede Baustelle übertragen. Wetter, Untergrund, Sicht, Hindernisse und die Zusammenarbeit mit Menschen sind auf realen Baustellen nun mal keine Kleinigkeit.
Spannend ist dennoch der grundsätzliche Ansatz: Bestehende Maschinen werden schrittweise digitalisiert und automatisiert, statt direkt den gesamten Fuhrpark zu ersetzen. Das ist ein Muster, das wir auch aus vielen Digitalisierungsprojekten kennen. Nicht jede Verbesserung braucht den Komplettabriss. Oft bringen sauber automatisierte Teilprozesse, passende Datenflüsse und kluge Assistenzsysteme schon einen messbaren Vorteil.
KDB-Fazit: Patchen, prüfen, planen – und bei KI nicht das Hirn ausschalten
Der heutige Abend zeigt drei klare Linien: Erstens werden kritische Schwachstellen sehr schnell angegriffen, wie das SAP-Commerce-Beispiel beweist. Zweitens funktionieren viele Angriffe über den Menschen – ob per falschem Bankanruf, WhatsApp-Umfrage oder personalisiertem Phishing nach einem Datenabfluss. Drittens kann KI viel beschleunigen, braucht aber immer klare Regeln, Transparenz und menschliche Verantwortung.
Für Deine Organisation heißt das ganz praktisch: Sicherheitsupdates priorisieren, Systeme und Zugänge sauber inventarisieren, Logs ernst nehmen, Mitarbeitende regelmäßig sensibilisieren und anstehende Migrationen frühzeitig planen. Und bei KI-Projekten gilt: Nutzen ja, blindes Vertrauen nein.
Du möchtest Deine IT-Sicherheit, Patch-Prozesse, Windows-Migration oder KI-gestützte Automatisierung sauber aufstellen? Dann ist KDB als IT-Systemhaus, Managed Service Provider sowie Partner für Digitalisierung, Design und Marketing gerne an Deiner Seite. Damit Deine Technik nicht nur läuft – sondern auch vernünftig abgesichert und zukunftsfähig bleibt.



